Was bedeuten die Versionsnummern bei HDMI und DisplayPort? Bandbreite bestimmt maximale AuflösungIn den Datenblättern unserer Laptops geben wir grundsätzlich an, welche Versionen der DisplayPort- und HDMI-Standards bereitgestellt werden. Bei Versionen, bei denen die Versionsummer mehrere Bandbreiten-Stufen abdecken kann, unterstützen wir entweder immer das Maximum an möglicher Bandbreite, oder wir geben die Bandbreite in Gigabit pro Sekunde (Gbps) im Datenblatt mit an.Auf Basis der Versions- und Bandbreiten-Angaben ergeben sich die maximal unterstützten Auflösungen und Bildwiederholraten aus öffentlichen Referenztabellen. Die Unterstützung hängt also nicht näher vom Laptop oder von der Grafikkarte ab, sondern davon, welche Bandbreite über HDMI bzw. DisplayPort zur Verfügung gestellt wird.Welche Auflösung und Bildwiederholraten mit den jeweiligen Versionen von HDMI und DisplayPort erreicht werden können, steht in dieser Tabelle:Maximale Auflösungen von HDMI und DisplayPortNoch ausführlichere Tabellen gibt es in der Wikipedia: HDMI: Refresh frequency limits for common resolutions DisplayPort: Refresh frequency limits for common resolutions Wenn man weiß, welche Bandbreite der jeweilige Anschluss des Laptops laut Datenblatt unterstützt, findet man in diesen Tabellen alles, was man über maximal unterstützte Auflösungen, Bildwiederholraten und Farbtiefen wissen muss.Alle weiteren hier unten angefügten Informationen sind eher als Hintergrundwissen gedacht.Versionsangabe allein reicht nicht immer ausFrüher konnte man sich bei HDMI- und DisplayPort-Anschlüssen relativ sicher sein: Die Versionsnummer spiegelte klar wider, welche Bandbreite – und damit welche maximalen Auflösungen und Bildwiederholraten – unterstützt wurden. Mit den aktuellen Generationen hat sich das geändert. Sowohl HDMI 2.1 als auch DisplayPort 2.1 fassen unter einer Versionsnummer gleich mehrere mögliche Ausbaustufen zusammen, die sich in ihrer Bandbreite deutlich unterscheiden können.Für Endkunden bedeutet das: Die Zahl hinter "HDMI" oder "DisplayPort" ist heute nur noch ein grober Rahmen, nicht aber ein zuverlässiger Hinweis auf die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Anschlusses. Erst die konkrete Angabe zur Bandbreite (z. B. 18, 32, 40 oder 48 Gbps) verrät, welche Monitorauflösungen und Bildwiederholraten in der Praxis nutzbar sind.Wir erläutern dies in den folgenden Abschnitten im Detail.HDMI 2.1Die erlaubte Bandbreite von HDMI 2.1 erstreckt sich von 18 Gbps (Minimalausstattung) bis hin zu 48 Gbps (Maximalausstattung). Die meisten Laptop-Hersteller geben nicht an, um welche Ausbaustufe es sich bei ihren Modellen handelt.In der Regel ergibt sich folgendes Bild: HDMI 2.1 von einer Intel- oder AMD-iGPU bieten oftmals lediglich 18 Gbps. Dies änderte sich erst 2025, als iGPUs von AMD erstmals HDMI 2.1 mit 32 Gbps anboten. HDMI 2.1 von einer NVIDIA GeForce RTX-Grafikkarte (seit etwa RTX 30-Serie) bieten hingegen praktisch immer satte 48 Gbps – der maximalen Ausbaustufe von HDMI 2.1. Die kleinste Ausbaustufe von 18 Gbps bei HDMI 2.1 entspricht tatsächlich der ehemaligen Maximal-Ausbaustufe von HDMI 2.0. Somit war HDMI 2.1 bei iGPUs in der Regel ein reines Rebranding und kein wirkliches Upgrade gegenüber HDMI 2.0.Mit 18 Gbps sind 4K@60Hz möglich, aber keine 4K@120Hz oder 4K@144Hz.Wenn ein Laptop-Hersteller ohne dedizierte NVIDIA-Grafikkarte nun also "HDMI 2.1" angibt, ohne eine Bandbreite oder Auflösung anzugeben, kann man je nach CPU-Plattform davon ausgehen, dass lediglich 4K@60Hz unterstützt werden. Details hierzu siehe Tabelle unten.Für XMG und SCHENKER fahren wir daher seit der Einführung von HDMI 2.1 das folgende Schema: Werden lediglich 18 Gbps (4K@60Hz) unterstützt, dann deklarieren wir HDMI 2.0 im Datenblatt. Unterstützt der HDMI-Port hingegen 32 oder gar 48 Gbps mit bis zu 4K@144Hz, deklarieren wir HDMI 2.1 und geben die genaue Bandbreite mit an. DisplayPort 2.1DisplayPort 2.1 ist die erste DisplayPort-Version (seit 1.0), bei der man nicht mehr direkt von der Versionsnummer auf die Bandbreite schließen kann.Zunächst ein Blick zurück: DisplayPort 1.4a erforderte grundsätzlich HBR3 mit insgesamt 32.4 Gbps. Damit lassen sich ohne DSC (Bildkomprimierung) z.B. 4K@144Hz oder 8K@30Hz betreiben. Dies war etwa seit 2014 der Gold-Standard für DisplayPort.DisplayPort 2.1 gibt es nun jedoch in drei Ausbaustufen: DisplayPort 2.1 mit UHRB10 = 40 Gbps (DP40) DisplayPort 2.1 mit UHRB13.5 = 54 Gbps (DP54) DisplayPort 2.1 mit UHRB20 = 80 Gbps (DP80) Bei "DP40", "DP54" und "DP80" handelt es sich um offizielle Marketing-Bezeichnungen, welche von dem Industriekonsortium VESA, welches den DisplayPort-Standard definiert, vergeben wurden, um das Branding von Kabeln zu erleichtern. PCs und Laptops bieten bisher immer entweder DP40 oder gleich das doppelte DP80 - die DP54-Zwischenstufe gibt es aber durchaus bei Monitoren und Kabeln. Ein DP54-Monitor lässt sich an einem PC/Laptop mit DP80-Ausgang betreiben, aber nicht an einem DP40-Ausgang.Im Gegensatz zu HDMI 2.1 gilt bei DisplayPort 2.1 immerhin folgendes: selbst die kleinste Ausbaustufe (40 Gbps) hat mehr Bandbreite als größte Ausbaustufe der Vorgängerversion: DisplayPort 1.4 hatte 32.4 Gbps, somit ist DP 2.1 mindestens 20% "breiter" als DP 1.4.(DisplayPort 2.0 exisierte weitgehend nur auf dem Papier und bedarf hier deshalb keiner genaueren Betrachtung. Die drei Bandbreitenstufen von DisplayPort 2.1 wurden bereits mit DP 2.0 eingeführt.)Mit der Bandbreite wächst die maximale Auflösung und Bildwiederholrate, auch in Abhängigkeit von Farbtiefe (8-bit bzw. 10-bit) und DSC-Kompression. Mit UHBR13.5 ist etwa bereits 8K@60Hz möglich, mit UHBR10 (DP40) jedoch nicht. Somit ist beim Kauf von Laptops, Grafikkarten und Kabeln genau darauf zu achten, welche DisplayPort-Ausbaustufe unterstützt wird.Welche CPU- und GPU-Plattformen unterstützen welche Bandbreite?Die folgende Tabelle stellt dar, welche HDMI- und DisplayPort-Bandbreiten bei den gängigen CPU- und GPU-Plattformen zu erwarten sind. Dies kann man recht pauschal darstellen, da die Bandbreite der Monitor-Anbindung maßgeblich von der jeweiligen Plattform verantwortet bzw. auch von dessen Hersteller vorgeschrieben wird. Hersteller Plattform Beispiel HDMI-Bandbreite DisplayPort-Bandbreite Intel Raptor Lake Intel Core i9-14900HX HDMI 2.0(18 Gbps) DP 1.4(32.4 Gbps) Intel Meteor Lake Intel Core Ultra 7 155H HDMI 2.0(18 Gbps) DP 2.1(80 Gbps) Intel Arrow Lake Intel Core Ultra 9 275HXIntel Core Ultra 7 255H HDMI 2.0(18 Gbps) DP 2.1(80 Gbps) AMD Hawk Point (FP7) AMD Ryzen 7 8845HS HDMI 2.0(18 Gbps) DP 1.4(32.4 Gbps) AMD Krackan/Strix Point (FP8) AMD Ryzen AI 9 HX 370 HDMI 2.1(32 Gbps) DP 2.1(40 Gbps) NVIDIA RTX 40-Serie RTX 4090 / 4080 / 4070 / 4060 HDMI 2.1(48 Gbps) DP 1.4(32.4 Gbps) NVIDIA RTX 50-Serie (Board 1) RTX 5090 / 5080 / 5070 Ti HDMI 2.1(48 Gbps) DP 2.1(80 Gbps) NVIDIA RTX 50-Serie (Board 2) RTX 5070 / 5060 / 5050 HDMI 2.1(48 Gbps) DP 2.1(40 Gbps) Hinweise: Wie weiter oben schon geschrieben: "Gbps" steht für "Gigabit pro Sekunde" (nicht zu verwechseln mit Gigabyte pro Sekunde). Je höher die Bandbreite in Gbps, desto höhere sind die maximal erreichbaren Monitor-Auflösungen, -Bildwiederholraten und -Farbtiefen. Entsprechende Referenz-Tabellen sind oben im Artikel verlinkt. DisplayPort-Signale können in Laptops sowohl über Mini-DisplayPort als auch über USB-C (inklusive USB4 und Thunderbolt) ausgegeben werden. Die Ausgabeform ändert nichts an der von der Plattform bereitgestellten Bandbreite. Einige Laptops haben neben dem vollwertigen USB4-/Thunderbolt-Port noch zusätzliche USB-C-Ports über Tochterplatinen (Daughter Boards). Diese Ports bieten oft nur eine reduzierte DisplayPort-Bandbreite (z. B. DP 1.4), während der primäre Port direkt am SoC die volle Leistung (DP40 oder DP80) bereitstellt. Bitte beachte hierzu die Angaben in unserem Datenblatt des jeweiligen Laptops. Manchmal geben CPU-Hersteller in ihren Datenblättern oder Marketingunterlagen bestimmte Bandbreiten oder Protokollversionen an, die technisch zwar möglich wären, in der Praxis aber nicht direkt von der CPU bzw. iGPU unterstützt werden. Stattdessen erfordern sie zusätzliche Komponenten wie "Re-Timer", also Protokollwandler und Signalverstärker, die das Signal anpassen und z.B. ein natives DP1.4-Signal von der iGPU in ein HDMI 2.1-Signal umwandeln sollen, anstatt das native HDMI 2.0-Signal von der iGPU direkt zu nutzen. Der Einsatz solcher Lösungen bedeutet jedoch zusätzlichen Aufwand, höhere Kosten und potenzielle Risiken bei Signalqualität, Kompatibilität und Validierung - weshalb diese Optionen in der Realität von Laptop-Herstellern praktisch nie umgesetzt werden. Unsere o.g. Tabelle gibt daher die tatsächliche Marktsituation wieder, wie man sie in 99% aller Laptops finden wird. "Board 1" und "Board 2" sind bei NVIDIA die zwei unterschiedlichen Referenz-Layouts der NVIDIA GeForce RTX Laptop-GPUs. Die von NVIDIA vorgeschriebene DisplayPort-Bandbreite unterscheidet sich zwischen dem "großen" und dem "kleinen" Layout - siehe Tabelle. Formal verlangt NVIDIA für HDMI in Board 2 ebenfalls nur eine kleinere HDMI-Bandbreite (hier: 40 Gbps) - in der Praxis gibt es dafür aber keine technische Lösung, stattdessen kommt eine Lösung mit 48 Gbps zum Einsatz, womit die tatsächliche HDMI-Bandbreite bei Board 1 und Board 2 letztlich identisch ist. Unterscheidung zwischen iGPU- und dGPU-AnbindungIn unseren Datenblättern geben wir auch an, ob ein Port an der iGPU oder an der dGPU hängt. Ports an der iGPU eignen sich bestens für Büroarbeit und energiesparenden Betrieb, können aber via NVIDIA Optimus auch für Gaming genutzt werden. Ports an der dGPU eignen sich vor allem für besonders schnelles Gaming (höhere FPS, geringere Latenz), VR-Brillen oder für Monitore mit besonders hohen Auflösungen (etwa 8K via DP80). Es ist also nicht zwingend nötig, immer den "stärksten" Anschluss zu wählen: Wenn der iGPU-Port für deinen Monitor ausreichend Bandbreite liefert, sparst du Strom und reduzierst evtl. die Lüfterlautstärke im Idle.ZusammenfassungAchte beim Anschluss eines Monitors nicht allein auf die Versionsnummer, sondern vor allem auf die tatsächlich bereitgestellte Bandbreite. Prüfe zunächst, welche Anforderungen dein Monitor an HDMI oder DisplayPort stellt, und gleiche diese mit den Referenztabellen sowie den Angaben in unseren Datenblättern ab. Überlege dabei auch, ob du einen Monitor lieber an die iGPU oder die dGPU hängen solltest.Bitte lies hierzu auch die folgenden Artikel: Wie kann ich einstellen, ob ein Programm oder Spiel auf der iGPU bzw. dGPU ausgeführt werden soll? Worin unterscheiden sich NVIDIA G-SYNC, AMD FreeSync und Intel Adaptive Sync voneinander? Welche XMG-Laptops sind kompatibel mit VR-Headsets? Mein externer Bildschirm funktioniert nicht zuverlässig Kurze Akkulaufzeit bei Gaming-Laptops (2025) Solltest du zu diesem Thema weitere Fragen haben, nimm bitte Kontakt mit uns auf.