Welche Treiber benötige ich für meinen Desktop-PC nach einer Windows-Neuinstallation? EinleitungNach einer sauberen Windows-Neuinstallation benötigt dein Desktop-PC die zu seiner Hardware passenden Gerätetreiber. Dazu gehören je nach Konfiguration unter anderem Treiber für Chipsatz, Netzwerk, Audio, Grafikkarte und weitere Komponenten.Welche Treiber du genau benötigst, hängt von der Ausstattung deines PCs ab. Desktop-Systeme können aus sehr unterschiedlichen Mainboards, Prozessoren, Grafikkarten, Netzwerkcontrollern und weiterem Zubehör zusammengestellt sein. Eine einzige, für alle Systeme identische Treiberliste gibt es daher nicht.Als erste Orientierung dienen deine Auftragsbestätigung bzw. Rechnung. Dort findest du die wichtigsten Angaben zu den verbauten Komponenten. Zusätzlich kannst du unter Windows beispielsweise im Geräte-Manager prüfen, welche Hardware erkannt wurde und für welche Geräte noch Treiber fehlen.Damit du die wichtigsten Treiber auch direkt nach einer Windows-Neuinstallation zur Verfügung hast, legen wir jedem ausgelieferten Desktop-PC einen USB-Stick bei. Dieser enthält eine umfangreiche Sammlung von Treibern und Software für verschiedene von uns eingesetzte Hardware-Komponenten. Da derselbe Stick für viele unterschiedliche Desktop-Konfigurationen verwendet wird, befinden sich darauf auch Treiber für Hardware, die nicht in Deinem eigenen PC verbaut ist.Der Stick ist in drei grundlegende Bereiche aufgeteilt: Ordner Beschreibung 01_Mainboard Treiber für die verschiedenen Mainboards 02_Graphics_Card Grafiktreiber von AMD, Intel und NVIDIA 03_Tools optionale Programme für Steuerung, RGB, Monitoring und Tuning Du musst aber nicht sämtliche Dateien auf dem USB-Stick installieren, sondern nur die zu deiner eigenen Konfiguration passenden Pakete.Mit Windows-Vorinstallation: keine weiteren Treiber notwendigFalls du den PC mit vorinstalliertem Windows bestellt hast, ist für die Inbetriebnahme keine weitere Treiber-Installation notwendig. Wir installieren bereits alle Treiber und Softwarepakete, die zur jeweiligen Konfiguration gehören bzw. die wir für das System empfehlen. Siehe auch:Mein neuer PC ist angekommen. Was sollte ich als erstes tun?Wenn du also mit Windows-Vorinstallation bestellt hast, kannst du hier bereits aufhören, weiterzulesen. Der USB-Stick dient dann lediglich als Offline-Quelle für eine spätere Windows-Neuinstallation.Manuelle Treiber-Installation nach Windows-NeuinstallationFalls du den PC ohne Betriebssystem bestellt hast, installierst du nach Windows anschließend die zu deiner Konfiguration passenden Treiber vom USB-Stick.Die USB-Sticks werden in größeren Stückzahlen vorbereitet. Deshalb können zum Zeitpunkt der Auslieferung bereits neuere Treiberversionen verfügbar sein.Das ist zunächst kein Problem. Für die Windows-Installation kann der Stick als zuverlässige Ausgangsbasis verwendet werden. Anschließend können Windows Update sowie bei Bedarf die Download-Seiten der jeweiligen Hersteller verwendet werden. Der USB-Stick soll in erster Linie sicherstellen, dass die für unsere Desktop-Konfigurationen benötigten Treiber auch ohne Internetverbindung zur Verfügung stehen.Siehe auch: Saubere Windows-Neuinstallation Wo finde ich aktuelle Treiber und Firmware-Updates für meinen Desktop-PC? Welche Mainboard-Treiber brauche ich?Öffne zunächst den "Mainboard"-Ordner.Dort sind die Treiber nach Hersteller und exakter Mainboard-Bezeichnung sortiert. Welches Mainboard in Deinem PC verbaut ist, findest du in deiner Auftragsbestätigung bzw. Rechnung.Öffne anschließend den Ordner dieses Mainboards und installiere die Treiber, die zu deiner tatsächlich verbauten Hardware gehören. Dazu zählen je nach Plattform beispielsweise: Chipsatz Audio LAN WLAN Bluetooth Intel Management Engine Serial IO weitere plattformspezifische Komponenten Den Chipsatz-Treiber solltest du dabei zuerst installieren. Bei den übrigen Gerätetreibern spielt die genaue Reihenfolge keine Rolle.Mainboard-Unterschiede im DetailAuch innerhalb des Ordners für dein konkretes Mainboard können mehrere Treiber für dieselbe Geräteklasse liegen. Das kann daran liegen, dass ein Mainboard je nach Produktionscharge mit unterschiedlichen WLAN-, Bluetooth- oder Netzwerkcontrollern bestückt wird, mehrere Controller gleichzeitig besitzt oder bestimmte Funktionen nur mit bestimmten Prozessoren verfügbar sind.Installiere deshalb nur die Pakete, die zu deiner tatsächlich verbauten Hardware passen. Als erste Orientierung dienen deine Auftragsbestätigung und die genaue Mainboard-Bezeichnung. Falls mehrere Varianten zur Auswahl stehen, lässt sich der verbaute Controller in Windows meist im Geräte-Manager erkennen.Dort kann unter den Eigenschaften eines Geräts bei Bedarf auch die Hardware-ID angezeigt werden, anhand derer sich Hersteller und Controller eindeutig zuordnen lassen. Siehe auch:So überprüfst du den Windows Geräte-Manager auf fehlende oder unvollständige TreiberOptionale Treiber für nicht vorhandene Funktionen - etwa zusätzliche WLAN-Varianten, eine NPU oder RAID/RST - werden nicht benötigt. Wenn sich ein Treiber trotz dieser Angaben nicht eindeutig zuordnen lässt, hilft unser Support gerne bei der Auswahl.Brauche ich RAID-, RST- oder VMD-Treiber?RAID, RST bzw. VMD werden verwendet, um mehrere SSDs bzw. Festplatten zu einem gemeinsamen logischen Laufwerk zusammenzufassen. Falls du nicht weißt, was RAID ist, verwendest du diese Funktion normalerweise auch nicht. In diesem Fall brauchst du die entsprechenden RAID-/RST-/VMD-Treiber nicht. Siehe auch: Was ist RAID und braucht man das heutzutage noch?Welchen Grafiktreiber sollte ich installieren?Im Ordner "Graphics_Card" befinden sich Grafiktreiber für AMD, Intel und NVIDIA.Welche dedizierte Grafikkarte in Deinem PC steckt, findest du ebenfalls in deiner Auftragsbestätigung. Installiere den dafür vorgesehenen AMD-Radeon- bzw. NVIDIA-GeForce-Treiber.NVIDIA Game Ready oder Studio Driver?Bei NVIDIA-Systemen können auf dem Stick mehrere Treibervarianten vorhanden sein.Für die meisten Nutzer und insbesondere für Gaming ist der Game Ready Driver die Standardempfehlung.Der Studio Driver richtet sich stärker an bestimmte professionelle Content-Creation-Anwendungen und wird von NVIDIA mit einem anderen Validierungs- und Release-Zyklus angeboten.Treiber für professionelle NVIDIA-RTX-Grafikkarten (also nicht "GeForce" RTX) sind nur für entsprechend ausgestattete Systeme vorgesehen.Sollte ich die NVIDIA-App abwählen, wenn ich den NVIDIA-Grafiktreiber installiere?Wir empfehlen, die NVIDIA-App mitzuinstallieren. Anders als das frühere GeForce Experience ist die NVIDIA-App inzwischen das zentrale Konfigurationsprogramm für alle modernen NVIDIA GeForce-Grafikkarten. NVIDIA hat darin sowohl die Funktionen von GeForce Experience als auch die übrigen Funktionen der klassischen NVIDIA-Systemsteuerung zusammengeführt.Für die meisten Funktionen der NVIDIA-App ist, anders als noch beim Vorgänger GeForce Experience, auch kein NVIDIA-Konto mehr erforderlich. Eine Anmeldung wird nur noch zweckgebunden für bestimmte Online-Funktionen benötigt.Weitere Details haben wir in diesem Artikel zusammengestellt.Brauche ich Grafiktreiber für integrierte Grafikeinheiten von Intel oder AMD?Falls dein Prozessor zusätzlich zur dedizierten GPU (dGPU) eine integrierte Grafikeinheit (iGPU) besitzt, empfehlen wir grundsätzlich auch deren Grafiktreiber zu installieren. Die iGPU kann beispielsweise für hardwarebeschleunigte Videowiedergabe, Video-Encoding oder andere Aufgaben verwendet werden, selbst wenn der Monitor direkt an der dedizierten Grafikkarte angeschlossen ist. Siehe auch:Kann ich Intel QuickSync (beschleunigte Videokodierung) auch dann nutzen, wenn die Bildausgabe über die dedizierte Grafikkarte erfolgt?Nicht jeder Prozessor besitzt eine integrierte Grafikeinheit. Falls deine CPU keine iGPU besitzt, brauchst du auch keinen entsprechenden Treiber installiert. Falls dein Prozessor eine iGPU besitzt, aber du sie bewusst nicht verwenden möchtest, kannst du sie je nach Mainboard meistens im BIOS-Setup deaktivieren.Was befindet sich im "Tools"-Ordner?Dieser Ordner enthält zusätzliche Programme, die je nach verbauter Hardware bestimmte Steuerungs-, RGB-, Monitoring- oder Tuning-Funktionen bereitstellen.Diese Programme sind keine erforderlichen Gerätetreiber, sondern zusätzliche Software zur Steuerung bestimmter Gehäusekomponenten oder Tuning-Software einiger GPU- und Mainboard-Hersteller. du solltest auf keinen Fall alle diese Tools gleichzeitig installieren.Unsere Desktop-PCs werden bereits mit sinnvollen Grundeinstellungen ausgeliefert. Das gilt grundsätzlich für alle Performance-Einstellungen und Lüfterkurven, aber auch für die grundlegende RGB-Beleuchtung, die wir soweit möglich bereits über die Hardware bzw. Firmware vorkonfigurieren.Wer sein Windows-System bewusst schlank halten möchte, kann auf die entsprechenden Zusatzprogramme zunächst vollständig verzichten und sie später erst bei Bedarf installieren. Möchtest du dagegen beispielsweise RGB-Beleuchtung, Lüftersteuerung oder andere unterstützte Funktionen selbst anpassen, findest du hier die dafür vorgesehenen Programme.Bei einer Windows-Vorinstallation installieren wir bereits die Programme, die zur jeweiligen Konfiguration gehören bzw. die wir für das System empfehlen.Die Zuordnung ist in der Regel direkt am Hersteller erkennbar: Produktgruppe Passende Software ASUS-Mainboards ASUS Armoury Crate bzw. andere ASUS-Tools können zusätzliche Mainboard-, Lüfter- oder RGB-Funktionen bereitstellen. MSI-Mainboards MSI Center übernimmt vergleichbare Funktionen für unterstützte MSI-Mainboards. Corsair-Komponenten Corsair iCUE wird für kompatible RGB-, Lüfter-, Pumpen- oder andere Corsair-Komponenten verwendet. AMD-Prozessoren AMD Ryzen Master bietet erweiterte Monitoring- und Tuning-Funktionen. Intel-Prozessoren Intel XTU bietet vergleichbare Funktionen für unterstützte Intel-Prozessoren. Grafikkarten-Tools Programme wie ASUS GPU Tweak III oder MSI Afterburner dienen zur Überwachung und optionalen Anpassung von Grafikkarten. OpenRGB Dieses herstellerübergreifende Tool kann bei unterstützter Hardware als Alternative zu einzelnen RGB-Suiten verwendet werden. Nicht jedes Tool ist an genau eine einzelne Komponente gebunden. Häufig überschneiden sich ihre Funktionen hinsichtlich RGB-Steuerung, Lüfterregelung oder Monitoring. Daher empfiehlt es sich, diese Programme möglichst einzeln zu installieren und zunächst den vollständigen Funktionsumfang eines Programms zu testen, bevor man das nächste installiert.Muss ich wirklich jeden unbekannten Treiber installieren?Unbekannte Treibernamen bedeuten nicht automatisch, dass der Treiber unwichtig ist.Plattformtreiber wie Chipsatz, Management Engine, Serial IO oder vergleichbare Komponenten übernehmen teilweise Funktionen, die unter Windows nicht unmittelbar sichtbar sind. Wenn ein solcher Treiber zu deiner konkreten Hardware gehört, sollte er deshalb installiert werden.Die Ausnahme bilden optionale Funktionen, die dein System nicht verwendet - beispielsweise RAID.Siehe auch:Brauche ich *alle* Treiber oder reicht es, nur die wichtigsten zu installieren?Der Artikel enthält eine Liste von üblichen Plattform-Treibern und -Abkürzungen, und welche konkreten Funktionen dahinterstehen. Die Liste soll Dir dabei helfen zu erkennen, welche Treiber zur Standard-Plattform-Ausstattung gehören und grundsätzlich installiert werden sollten - und welche lediglich optionale Varianten beschreiben, die in Deinem System möglicherweise gar nicht verbaut sind und daher übersprungen werden können.